Richard R.

Warum ich als Rentner nochmal in die Schule gehe?

Als Rentner nochmals regelmäßig in eine Schule zu gehen – und das auch noch gerne! Dieser Gedanke war mir einst völlig fremd. Aber dann stieß ich 2013 in der SZ auf einen Artikel über das Projekt „Lesezeichen“ von Tatendrang. Als selbst lesefreudiger Mensch lese- bzw. lernschwachen Kindern helfen zu können, das war genau das Richtige!

Und so gehe ich seitdem einmal in der Woche in eine Münchner Grundschule zu „meinen“ zwei Kindern, um mit ihnen, in einer 1:1-Situation, je eine Schulstunde lang zu üben und zu lernen: Lesen, Vorlesen, Übungsblätter bearbeiten, Rätsel lösen, aber auch miteinander reden, lachen, „Kummerkasten“ sein – vielerlei kann zum Inhalt dieser Stunde gehören. Es gibt viel zu tun mit diesen Kindern, die es nicht leicht haben, im Schulalltag und darüber hinaus. Es ist keine ganz einfache Aufgabe. Aber zu erleben, wie sich die anfangs manchmal schwierige Zusammenarbeit sukzessive verbessert, wie die Kinder Vertrauen fassen und sich über jedes Erfolgserlebnis und jedes Lob freuen, oder einen als Dankbarkeit zum Freund „adeln“, ist ein tolles, zutiefst befriedigendes Erlebnis.

Und so bedeutet mir mein Ehrenamt sehr viel. Helfen zu können und gleichzeitig gefordert zu werden, im Rahmen einer sinnvollen und regelmäßigen Beschäftigung – was für ein wunderbarer Kontrast zum „sonstigen“ Rentneralltag.

Übrigens, Fortbildungsveranstaltungen, die von Tatendrang bestens organisiert und von erfahrenen Pädagoginnen praxisnah durchgeführt werden, erleichtern einem den Einstieg und die Arbeit. Aber eines gibt es doch, was mich an dieser Tätigkeit furchtbar ärgert: Nämlich nicht schon viel früher damit angefangen zu haben!

Richard R.


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