Rüdiger E.

Ich helfe Menschen, in München anzukommen!

Bei meinem sehr kurzfristig erfolgten Eintritt in die Altersteilzeit habe ich mir überlegt, was ich sinnvollerweise tun kann, um die neu gewonnene Freizeit bestmöglich zu nutzen. Nach einiger Zeit der Umstellung ergriff ich die Möglichkeit, mich auf der Freiwilligenmesse der Stadt München über verschiedene Angebote zu informieren. Zu meiner Überraschung traf ich dort am Stand der Freiwilligen-Agentur Tatendrang eine ehemalige Arbeitskollegin. Schnell war der erste Kontakt geknüpft und auch ein Termin in der Liebherrstraße vereinbart. Dank der ausführlichen und freundlichen Beratung durch eine Dame der Agentur entschied ich mich, auch aufgrund der internationalen Zusammenarbeit während meiner beruflichen Tätigkeit, für eine Mitarbeit im Patenprojekt München.

Dort wurde mir als Einstieg ein sehr netter älterer Herr aus Afghanistan vermittelt. Nachdem ich mit ihm zunächst regelmäßige Treffen vereinbart hatte und ihm bei diversen Behördenangelegenheiten helfen konnte, ergab es sich erfreulicherweise, dass ihm eine Wohnung zugewiesen wurde. Hier konnte ich ihm bei der Möbelbeschaffung und der Beauftragung und Beaufsichtigung von Handwerksbetrieben helfen.

Inzwischen ist er glücklich und zufrieden in München angekommen. Neben regelmäßigen Treffen, bei denen meine Patenschaft mich mit afghanischen Delikatessen bekannt macht, stehen auch weiterhin Museumsbesuche und vom Patenprojekt offerierte Ausflüge ins bayrische Oberland an.

Auf eine Hilfsanfrage vom Patenprojekt half ich dann noch einem weiteren Afghanen, dessen Pate vorübergehend verreist war, bei seiner Jobsuche. Auch hier hatte ich das Glück, dass meine Patenschaft eine feste Arbeitsstelle fand, mit der er sehr zufrieden ist. Auch mit den Kollegen kommt er sehr gut zurecht. Bei den Vertragsangelegenheiten konnte ich ihm weiterhelfen.

Nicht bei allen Patenschaften verläuft es so positiv, aber diese beiden erweisen sich als sehr erfreulich und für beide Seiten erfolgreich und bereichernd.

Da ich zwischenzeitlich noch freie Kapazitäten anmeldete, bekam ich von Tatendrang ein weiteres Angebot: Eine Mitarbeit beim „Bürgerschaftlichen Engagement“. Hier gebe ich derzeit den Kindern einer Familie aus Sri Lanka in meinem Stadtbezirk, die bereits in München geboren sind, Nachhilfe. Der Älteste will nächstes Jahr die Quali-Prüfung schaffen und dann eine Ausbildung beginnen.

Mein Ehrenamt gibt mir sehr viel, zumal dann, wenn man sehr viel Glück mit den Menschen hat, denen man beim Einleben in dieser Stadt helfen kann und von denen man dann auch sehr viel Dankbarkeit zurück bekommt. Dies ist nicht selbstverständlich, wenn man erfährt, welche schlimmen Schicksale sich in den einzelnen Biographien hervortun.

Dank dieser von Tatendrang vermittelten Aktivitäten, denen ich neben anderen langfristigeren Ehrenämtern und Hobbies nachgehe, habe ich auch nach dem recht plötzlichen Ende meiner stressigen Berufstätigkeit eine abwechslungsreiche, verantwortungsvolle und erfüllende Aufgabe gefunden.

Rüdiger E.


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