Kinder für ihre Zukunft fit machen

Die Angebote der Bildungsinsel Arnulfpark fördern und motivieren Kinder aus der Nachbarschaft, die sich schwertun mit der deutschen Sprache und anderen schulischen Herausforderungen. Den Kindern stehen dabei Bildungspatinnen und -paten zur Seite, die sich verlässlich einmal pro Woche mit ihnen treffen und individuell auf ihre Fragen und Bedürfnisse eingehen.
Das Team um Projektleitung Sabine Ullrich möchte die Kinder auch mit nicht schulischem Wissen fit fürs Leben machen. „Wir hatten sogar mal ein Kind, das wollte lernen, mit Messer und Gabel zu essen“, berichtet sie. Die Sozialpädagogin leitet nicht nur die Bildungsinsel Arnulfpark, sie ist zudem auch verantwortlich für die Ehrenamtskoordination.
Sprache wichtig für den Schulerfolg
Die Bildungsinsel ist ein Projekt des Nachbarschaftstreffs im Arnulfpark. „Im Nachbarschaftstreff Arnulfpark haben wir festgestellt, dass hier der Bedarf an Unterstützung für Kinder im Lernbereich, insbesondere im Bereich Sprache sehr hoch ist. Deshalb haben wir zusätzlich die Bildungsinsel Arnulfpark gegründet.“ berichtet Sabine Ullrich, die das Förderprojekt seit seiner Gründung 2011 mit großem Engagement vorantreibt. Beide Projekte sind bei ihr als Einrichtungsleitung angedockt und gehören zum Träger QuarterM gGmbH. Die Kinder besuchen die benachbarte Helmholtz-Grundschule und kommen aus vielen verschiedenen Ländern. Zu Hause sprechen sie oftmals kein Deutsch, deshalb ist die zusätzliche Förderung für sie besonders wichtig. Häufig sind es die Eltern selbst, die sich bei Sabine Ullrich melden.
Persönliche Beziehung und regelmäßige Treffen
Die Kinder sind zwischen sechs und 13 Jahren alt und besuchen unterschiedliche Klassen – von der ersten bis zur siebten Klasse. Die ehrenamtlichen Bildungspatinnen und -paten begleiten jeweils ein Kind ein Schuljahr lang. Dazu treffen sie sich einmal in der Woche zu einem festen Termin mit ihrem Patenkind in den Räumen der Bildungsinsel. In den Schulferien ist Pause. „In der Regel kommen unsere Ehrenamtlichen 30 bis 32 Einsätze im Jahr“, rechnet die Ehrenamtskoordinatorin. Die Kinder treffen sich zusätzlich noch in der Gruppe, dann allerdings ohne die Bildungspatinnen und -paten. „In erster Linie geht es in unserem Projekt nicht um schulische Dinge im engeren Sinn, sondern darum, die deutsche Sprache zu verbessern und Selbstvertrauen zu entwickeln.“ erklärt die Projektleiterin, „Die regelmäßigen Treffen und die persönliche Beziehung, die das Lern-Tandem zueinander aufbaut, sind die wichtigste Grundlage für nachhaltige Lernfortschritte.“ Das Projekt greift immer wieder auch neue Themen auf. „Für die älteren Kinder ab der 4. Klasse wollen wir einen KI-Workshop einrichten,“ berichtet die Sozialpädagogin. Die regelmäßigen Treffen der Bildungspatinnen und -paten mit den Kindern finden indes komplett offline statt. Mal eben kurz im Smartphone spicken ist nicht.

Bildungspat:innen dringend gesucht
Wer Bildungspatin oder -pate werden möchte, muss Deutsch als Muttersprache sprechen und sich einmal die Woche zu einem festen Termin bereit erklären. „Zuverlässigkeit und Geduld sowie Lust auf die Zusammenarbeit mit Kindern sind wichtig“, erklärt die Ehrenamtskoordinatorin die Voraussetzungen. Natürlich sei auch ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis erforderlich. Damit die Ehrenamtliche nicht auf sich allein gestellt sind, nutzt die Bildungsinsel Arnulfpark das kostenfreie Weiterbildungs-Angebot der Lernpaten-Akademie von TATENDRANG. Bei regelmäßigen Treffen können sich die Bildungspatinnen und -paten untereinander über ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Bei diesen Terminen werden die Bildungspaten auch gleich selbst weitergebildet, zum Beispiel über das Schulsystem und den Übertritt.
Im Herbst 2025 waren 16 Ehrenamtliche als Pat:innen für die Bildungsinsel aktiv. Da noch Kinder auf der Warteliste stehen, sucht die Ehrenamtskoordinatorin noch dringend nach weiteren Freiwilligen.







