Wo kommt das Plastik hin, wo die Kartoffelschalen? Was kommt in den Restmüll? Wer hier nicht mehr weiter weiß, der kann sich von den ehrenamtlichen Abfallberater:innen des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) beraten lassen. Sie sorgen seit 35 Jahren dafür, dass das Wissen der Münchner:innen um Abfall, Recycling und Mülltrennung aktuell bleibt.
Weg mit dem Müll in München
Der AWM Abfallwirtschaftsbetrieb München übernimmt in der Landeshauptstadt München das Einsammeln, Befördern und Entsorgen von Abfällen (Restmüll, Papier, Bioabfälle) und den wirtschaftlichen Betrieb der Entsorgungsanlagen sowie der 12 Wertstoffhöfe und dem Gebrauchtwarenkaufhaus Halle 2. Ihren Beitrag leisten auch die Münchner:innen, die den Müll trennen und teilweise selbst zu Entsorgungsstationen bringen. Doch natürlich tauchen immer wieder Fragen auf.
Müll-Bildung für Erwachsene
Wie trennt man den Müll richtig, wie ist es mit Altkleidern, wo kommen Akkus hin, wann und zu welcher Zeit kann man die Tonne reinigen, wo ist der nächste Sperrmüll, wann haben die Wertstoffhöfe auf, was ist ein Wertstoffhof plus?
Antworten darauf finden Interessierte unter anderem in vier Münchner Stadtbüchereien. Einmal im Monat steht hier für 2 Stunden ein kleiner Tisch. Darauf liegen Infomaterialien in bis zu 40 Sprachen, dahinter stehen die kompetenten Berater:innen. Die Besucher:innen bringen oft nicht nur Fragen mit, sondern sogar kleine Eimer mit Müll: Wo soll das hier am besten hin?
Auch bei Stadtteilfesten oder bei Nachbarschaftstagen und bei besonderen Events wie dem Tag des Daseins oder der langen Nacht der Museen informieren die Ehrenamtlichen des AWM Abfallwirtschaftsbetriebs München Jung und Alt über Abfallvermeidung, Mülltrennung und Recycling.
Ehrenamtskoordination AWM
„Der große Renner auf dem Tag des Daseins ist immer unser Müllfahrzeug. Und wir haben ein Gewinnspiel in unserem Pavillon – Information soll ja auch Spaß machen. Die Belohnung ist ein Bioabfalleimer“
Verena Lockhauserbäumer lächelt. Sie ist beim Abfallwirtschaftsbetrieb München im Marketing tätig und zuständig für Events und Ehrenamt.
Also Kleiner, was kommt in die Biotonne?
Spielerisch lernen in der Kita | Foto: AWM
Kinderbildung boomt beim AWM besonders. Hier fahren Teams, meist ein:e Ehrenamtliche:r des AWM und ein:e Mitarbeiter:in des Münchner Kindermuseums, mit dem Müllmobil an Schulen. Der kostenlose Projekttag für die 3. und 4. Klasse dauert 5-6 Schulstunden. An mehreren Experimentierstationen lernen die Kinder unterschiedliche Materialien und Wertstoffkreisläufe kennen. Sie können viel selber ausprobieren, machen ein paar Upcycling-Einheiten und am Ende geht es richtig zur Sache: Für den kleinen Müllparcour bringt der/die Abfallberater:in (sauberen) Müll mit, den die Kinder mit viel Spaß sortieren. So lernen sie spielerisch, wie man Müll richtig trennt.
Für kleinere Kinder gibt es noch ein weiteres Angebot: ein Erzähltheater in Kitas. Das Kinderbildungs-Team spielt ein Theaterstück vor und am Ende dürfen sich die Kinder in ein Müllfahrzeug setzen. Egal in welchem Alter, die Kinder punkten gerne mit ihrem Wissen und sie wissen oft schon viel über Trennung und Kategorisierung von Müll.
Ehrenamt gegen Müll
„Unsere Events sind so schnell ausgebucht, wir müssen einfach unsere Kapazität erhöhen! Dafür brauchen wir mehr Ehrenamtliche“, wirbt Verena Lockhauserbäumer. Die derzeit 23 Freiwilligen des Abfallwirtschaftsbetriebs München sind gut ausgelastet – wobei sie volle Freiheit genießen. Festivals oder doch lieber Kinder? Wo und wie oft man sich beim AWM Abfallwirtschaftsbetriebs München engagiert, bleibt dem/der Einzelnen überlassen: Auf Festivals gibt es 2 Schichten à 4-5 Stunden, die Abfallberatungen in einer Stadtbücherei nehmen nur 2 Stunden pro Monat in Anspruch. Die Kinder-Projekttage in den Schulen verlangen etwas mehr Zeit.
Damit die Ehrenamtlichen Fragen rund um Abfallvermeidung, Mülltrennung und Recycling auch beantworten können, werden sie vom Abfallwirtschaftsbetrieb München in 5-6 Terminen verteilt auf 6 Wochen umfassend geschult. Neben Wissen zu abfallwirtschaftlichen Grundlagen bekommen sie ein Kommunikationstraining und sehen, was man sonst nicht sieht: die Betriebsstätten des AWM Abfallwirtschaftsbetriebs München.
Den Organisatorinnen von Seiten des Abfallwirtschaftsbetriebs München, Verena Lockhauserbäumer und Franziska Burkhard, macht es Spaß, sich mit den Ehrenamtlichen auszutauschen. Das Freiwilligenteam ist gut gemischt, der Altersdurchschnitt liegt bei ca. 50 Jahren, der Älteste ist 86.
„Uns trägt die gemeinsame Begeisterung für den Umweltschutz. Die Aufwandsentschädigung spielt eine absolut untergeordnete Rolle. Und obwohl wir das hauptberuflich machen, lernen wir auch immer noch von den Ehrenamtlichen. Kein Wunder, bei so viel Erfahrung“ (Verena Lockhauserbäumer)
Eine der Beraterinnen ist seit 35 Jahren dabei. Die Anfragen werden immer mehr und entsprechend braucht der AWM Abfallwirtschaftsbetriebs München größere Teams: Menschen, die erklären wollen, wie das Abfallsystem strukturiert ist, warum es sinnvoll ist, Müll zu trennen oder plastikarm einzukaufen. Interessenten sind also herzlich willkommen!
Autor:in: Richardis Zieglmeier
Gespräch vom: 23.02.2026
Ehrenamtsgeschichten über die Organisation
Als Abfallberater beim AWM Abfallwirtschaftsbetrieb München